Vom Saumpfad zur Schwarzwaldautobahn – Chronik der Schwarzwaldtrasse zwischen Freiburg und Donaueschingen

nach unten 2015

4. August: Die Badische Zeitung berichtet, dass das Garten- und Tiefbauamt bei der erst im Oktober 2013 für 1,6 Mio €  sanierten Leo-Wohlleb-Brücke (B31 Richtung West) auf der vor allem von LKW stark frequentierten mittleren Spur bereits wieder eine Spurrille hat. Man hat Schilder aufgestellt.

3. August: Wieder schwerer Unfall auf der B31 Höhe Hirschsprung mit Totalsperrung. Umleitung über den Spirzen. Kurz nach dem Unfall wollte ein spanischer Sattelzug an der Unfallstelle wenden und bleib quer auf der Fahrbahn stehend in der Böschung stecken und kurz danach ein weiterer 7,5-To-LKW. Staus bis 22 Uhr

21. Juli: schwerer Unfall auf der B31 auf der Höhe des Gasthauses »Lafette«. Sechs Schwerverletzte.

13. Juli: Das Regierungspräsidium veröffentlicht ein Gutachten, wonach es kaum etwas bringen würde die B31 in die Freiburger Umweltzone einzubeziehen. Weil man ohnehin den Grenzwert der Stickoxidbelastung nicht erreichen könne, lohne sich der Aufwand nicht. Bürgermeister und Gemeinderäte der Glottertalgemeinden protestieren mit kriegerischen Tönen bereits vorsorglich gegen die Einbeziehung der B31 wegen des angeblich drohenden Ausweichverkehrs.

30. Juni: Stadtrat Helmut Thoma (Grüne) verlangt von der Verwaltung, dass nachdem die unterirdische Tunnelplanung stehe, man in der Stadt jetzt einen breiten Diskurs über die oberirdische Planung beginnen müsse. Bau- und Verkehrsbürgermeister Haag sieht keinen Handlungsbedarf. Erst müsse der Bundestag über die Prioritätenliste des Bundesverkehrswegeplans entscheiden.

8. Juni: 6 Wochen lang wird die Fahrbahn der B31 zwischen Hirschsprung und Oberhöllsteig saniert. Teilsperrungen mit Umleitungen über den Spirzen

17. März: Die zweite Auflage des Lärmaktionsplans wird vom Gemeinderat mit fast zweijähriger Verspätung verabschiedet; ein offener Rechtsbruch. Eigentlich hättte er nach den gesetzlichen Vorgaben bereits am 18. Juli 2013 beschlossen sein müssen. Problem: Die Festlegungen des Lärmaktionsplans beruhen auf der Lärmkartierung von 2012, die im wesentlichen mit den Daten der Verkehrszählungen des Jahres 2010 errechnet wurde. Bereits nach den gesetzlichen Vorgaben wird also der Lärmaktionsplan auf einer fast drei Jahre alten Datenbasis verabschiedet. In Freiburg beruht der 2015 verabschiedete »Lärmaktionsplan 2013« aber sogar auf fünf Jahre alten Zahlen. Dass z.B. an der B31 in Freiburg in diesem Zeitraum der vor allem Lärm verursachende Güter- und Lieferverkehr um über 24% zugenommen hat (und damit überproportional die entsprechende Lärmbelastung) bleibt unberücksichtigt. Ansonsten bringt er einige kleinere Verbesserungen. Die Hoffnung, dass der Gemeinderat aber den Mut aufbringen würde, wirksame Maßnahmen gegen die massivsten Lärmbelastungen zu beschließen, haben sich nicht realisiert. Eine Forderung nach einem flächendeckenden Tempo 30 wird auf zukünftige Gutachten verschoben.

2014 2014

19. August: Die BZ meldet, dass Freiburgs »erfolgreichster Blitzer« an der Dreisamstraße stehe. 31.122 mal habe er im vergangenen Jahr ausgelöst (85 Blitzer pro Tag).

30. Juni: Bei einem Bürgergespräch erfährt die Öffentlichkeit, dass der geplante Vollanschluß des Stadttunnels im Bereich der Brauerei Ganter zu noch nicht gelösten Problemen im oberirdischen Verkehr führen wird und zu massiven Nachteilen der Anwohner im Bereich der Zufahrten. Die erforderlichen vier Tunnelzufahrten machen eine Querung der Straße in einem großen Streckenabschnitt faktisch unmöglich.

28. Juni: Die Verkehrsprognose des Bundesministerium für Verkehr für das Jahr 2030 wird veröffentlicht. Ausgehend von den Werten des Jahres 2010 wird eine Steigerung im Lastwagenverkehr um 72,5% erwartet. Die größten Zuwächse des Straßengüterverkehrs sind dabei auf den europäischen Ost-West-Traversalen und in grenznahen Gebieten zu erwarten. Dass die Dobrindt-Prognose dabei ausdrücklich Freiburg als den Stadtkreis mit der stärkste Zunahme bundesweit nennt, bleibt in der FreiburgerÖffentlichkeit und der Politik ohne jede Beachtung.

10. Mai: Die Initiative Stadttunnel fordert bei Realisierung des Stadttunnel den Rückbau der jetzigen vierspurigen B31 auf zwei Spuren. Man müsse, um das Projekt, das noch nicht in trockenen Tüchern sei, realisieren zu können, auch die Zustimmung in den Bevölkerung hochhalten, gerade wenn klar wird, wer von der Riesenbaustelle betroffen sin wird.

23. April: Die Grüne Fraktion im Freiburger Rathaus fordert flächendeckend in der ganzen Stadt Tempo 30 zunächst jedenfalls nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Die Verwaltungsspitze reagiert mit dem stets widerholten Argument, dass eine flächendeckende Regelung die Straßenverkehrsordnung nicht hergebe. Das gleiche Argument wird aber auch - rechtlich unhaltbar - Forderungen nach räumlich begrenzten Ausweitungen von Tempobeschränkungen entgegengehalten. Die Argumentationskette der Spitzen von GuT und Verwaltung: ein Fleckenteppich unterschiedlichster Tempozonen irritiert den Autofahrer und ist deshalb unerwünscht. Flächendeckend wäre sehr begrüßenswert, geht aber rechtlich nicht. Deshalb bleibt alles beim Alten!

2012 2013

6. Dezember: Nachdem die Landesregierung ihre Prioritätenliste der Straßenbauvorhaben veröffentlicht hat und dabei den Falkensteigtunnel und damit die Millionen seiner Planungskosten-Vorfinanzierung (im Unterschied zum Freiburger Staddtunnel) praktisch abgeschrieben hat, demonstriert die Politik in Stadt und Umland jedenfalls in ihren öffentlichen Verlautbarungen weiterhin Einigkeit dass auch der Tunnel in Falkensteig gebaut werden müsse.

5. Dezember: Auf Forderungen des forum dreisamufer weitere Maßnahmen zur Reduzierung vor allem des LKW-Verkehrs zu unternehmen reagiert Frank Uekermann vom Garten- und Tiefbauamt: ein LKW-Fahrverbot sei nur zur Gefahrenabwehr zulässig. Man könne aber ein LKW-Fahrverbot in den Freiburger Luftreinhalteplan aufnehnmen, was aber (»leider«) für die B31 auch nichts nütze, weil die aus der Umweltzzone ausgenommen sei. Mit der Gesundheitsgefährdung durch Lärm könne man auch nicht argumentieren. Weil der Lärmaktionsplan der Verwaltung keineHhandlungspflichten auferlege, sei eine Ausdehnung des Tempolimits auf die Tageszeiten auch damit nicht machbar.Aber man habe ja jetzt eine Lösung: den Stadttunnel.

19. November: Das Land setzt den Stadttunnel auf Rang zwei seiner Prioritätenliste für Tunnelprojekte (hinter Calw). Bei weiter stetigem Geldfluß könte, so die BZ, innerhalb von etwa 15 Jahren nach Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans (2016) gebaut werden, wenn das Planfeststellungsverfahren rechtzeitig abgeschlossen werden kann (bei der B31-Ost hat das alleine von1978-1992 gedauert, also 14 Jahre!). Der Falkensteigtunnel dagegen landet auf dem vorletzten Platz und ist damit falktisch beerdigt, wenn Berlin nicht die Landesprioritäten kippt.

26. Oktober: Nach fast drei Monaten mit massiven Verkehrseinschränkungen durch die Sanierungsarbeiten an der Leo-Wohlleb-Brücke, ist die Straße wieder frei. Der befürchtete Megastau blieb fast vollständig aus. Einige Probleme gab es (etwa in der Karthäuserstraße) durch Ausweichverkehre. Pendler sind auf Busse und aufs Fahrrad umgestiegen. LKW's haben den Bereich großräumig unfahren. Im gleichen Zeitraum zum Vorjahr (August bis Oktober) sind fast 6% weniger KFZ im Osttunnel gezählt worden und sogar 7,4% weniger Fahrzeuge des Güterverkehrs obwohl von den Verkehrsbeschränkungen nur eine Fahrtrichtung (zum Autobahnzubringer nach Westen) betroffen war.

17. Juli: Der Staddtunnel soll auf Höhe des Ganter-Knotens einen Vollanschluß erhalten also je eine Tunnel-Zu- und Ausfahrt in jede Richtung. Die Kostenschätzungen steigen damit um 40 Mio € auf 300 Mio € .

14. Mai: Nachdem bereits Ende 2008 das Planfeststellungsverfahren für den dreistreifigen Ausbau der B31 zwischen Rötenbach und Löffingen eingeleitet worden war, stehe jetzt, so das Regierungspräsidium unmittelbar der Beginn der Ausführungsplanung bevor.Mit dem Ausbau solle dann spätestens 2015 begonnen werden.

2011 2012

30. Oktober: »Warten auf den Stadttunnel? Nachhaltige Verkehrsentlastung jetzt«, unter diesem Motto hatten der VCD, Greenpeace Freiburg, der BUND und das forum dreisamufer zu einer Podiumsdiskussion in der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule eingeladen. Thomas Myck (Lärmexperte beim Umweltbundesamt), Hermann Knoflacher (Verkehrsexperte und emerierter Prof. der Universität Wien) und Dominik Kupfer (Rechtsanwalt und Spezialist für Lämraktionsplanung haben jeweils aus ihrer spezifischen Sicht das Thema beleuchtet. Knoflacher: »Autoverkehr kann man nur vermeiden, wenn man es den Autos schwer macht!« Kupfer plädierte für eine Mitwirkung bei der Lärmaktionsplanung und hält eine Ausweitung von Tempo 30 auf den Tag für rechtlich unproblematisch.

26. Oktober: Die neue Lärmkartierung für Freiburg, die Grundlage für den Lärmaktionsplan ist, der bis Sommer 2013 verabschiedet werden muß, liegt vor. Sie beruht im wesentlichen auf der Verkehrsstatistik des Jahres 2010. Die Karte zeigt, dass rund 48.000 Freiburger mit einerLärmbelastung von 55 Dezibel oder mehr leben müssen, knapp 13.000 davon sogar mit mehr als 65 Dezibel. Die Verwaltung will dem Gemeinderat als »Auslösewerte«, bei deren Überschreiten Lärmschutzmaßnahmen Maßnahmen zu prüfen sind, 55 Dezibel nachts und 65 Dezibel Tag und Nacht vorschlagen.

23. Mai: Die B31 soll zur Autobahn umetikettiert werden, womit ein Vollanschluß am Ganter-Knoten zulässig wird. Die Verkehrsministerien von Land und Bund haben zugestimmt, dass die Pläne, die bisehr nur von einem an Bundestraßen zulässigen Halbanschluß ausgegangen waren, entsprechend überarbeitet werden.

10. August: Die BZ berichtet, ein Denzlinger KFZ-Sachverständigen habe gegen die Stadt Freiburg eine Klage gegen das im Rahmen der Lärmaktionsplanung 2010 eingeführte nächtliche Tempolimit von 30 km/h (»Willkür und Abzockerei«) erhoben.

1. August: Die vom forum dreisamufer seit langem geforderte stationäre Geschwindigkeitsmessanlage geht in Betrieb.

Juli: Die amtliche Verkehrsstatistik für die Zählstelle Freiburg-Osttunnel für den Zeitraum Januar bis Juli 2012 ergibt: das Aufkommen an PKW stieg zum Vergleichszeitraum 2009 nur minimal (+ 2,1%), während der schwere Güterverkehr um 13,7% und die Zahl der Sattelschlepper um über 25% gestiegen ist (Excel-Tabelle).

Frühjahr: Die Antwort des OB auf den offenen Brief verweist vor allem auf die Planung des Stadttunnels, vermeidet aber jede Stellungnahme zur Forderung in unserem offenen Brief sich endlich für die Einführung verbindlicher gesetzlicher Grenzwerte einzusetzen. Immerhin verweist OB Salomon wegen möglicher weiterer Maßnahmen auf die anstehende Überarbeitung des Lärmaktionsplans. Dabei bleibt es auch, nachdem wir auf die Problematik des Fehlens gesetzlicher Grenzwerte noch einmal hingewiesen hatten und Bürgermeister Prof. Dr. Haag im Auftrag des OB noch einmal geantwortet hat. Auch in der Antwort der Staatssekretärin Splett (Verkehrsministerium) wird nur auf die »geringen Spielräume« des Landes bei verkehrsbeschränkenden Maßnahmen hingewiesen, ohne auf diese Forderung einzugehen (pdf-Datei). Zusätzlich lässt der Verkehrsminister erklären, dass ein LKW-Fahrverbot an der B31 nachts nicht in Betracht käme, weil dadurch die Region Stuttgart noch stärker als bisher belastet würde.

2010 2011

7. Dezember: das forum dreisamufer wendet sich mit einem Offenen Brief (pdf-Datei) an den Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann, an den Oberbürgermeister der Stadt Freiburg, Dr. Dieter Salomon und an die Freiburger Gemeinderätinnen und Gemeinderäte.

24. November: das forum dreisamufer konstituiert sich formell als Verein und wählt einen Vorstand (Barbara Sartor, Verena Wetzstein, Peter Gugelmeier, Kurt Höllwarth)

1. September: Die Stadt gibt bekannt, dass jetzt auch das Regierungspräsidium der dauerhaften Beibehaltung der Tempo 30-Regelung nachts zugestimmt habe.

Ende August werden die Ergebnisse der automatischen Verkehrszählung für Juli veröffentlicht. Die Gesamtzahl der KFZ an der Zählstelle B31-Osttunnel (im Tagesdurchschnitt 34.875 KFZ) im Zeitraum Januar bis Juli ist zwar seit 2009 bis 2011 nur um rund 3,8% gestiegen, die Zahl der PKW sogar nur um 2,6%. Im gleichen Zeitraum haben die Fahrzeuge des Schwerverkehrs um 12,7% zugenommen, darunter die Zahl der Sattelzüge sogar um 21,8%.

Anwohnern von sechs Häusern an der Dreisamstraße werden Anfang August die Ergebnisse von Erschütterungsmessungen bekannt gemacht, die ein Gutachterbüro bereits im März im Auftrag der Stadt durchgeführt hat. Danach sind zwar Grenzwerte zum Schutz vor Gebäudeschäden nicht überschritten. An allen Messstellen waren aber die Grenzwerte zum Schutz von Menschen vor gesundheitsschädlichen Erschütterungen rund um das Dreifache des zulässigen Werts überhöht. Weitere Messungen sollen Aufklärung bringen.

Am 14. Juli findet die erste Veranstaltung des forum dreisamufer statt. Unter anderem referiert Helmut Thoma (früher: Aktionsbündnis gegen die B31-Ost und Stadtrat der Grünen. Die Stadtverwaltung ist durch eine Mitarbeiterin der Verkehrsbehörde vertreten, die bekannt gibt, dass der Verkehrsausschuss des Gemeinderats am gleichen Tage beschlossen hat, an der Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h zwischen 22 Uhr und 6 Uhr festzuhalten.

Mai: Die automatische Verkehrszählung ermittelt für die B 31 auf Höhe Ganter / Maria Hilf an Werktagen jetzt durchschnittlich 37.447 Fahrzeuge (+1,2% zum Mai 2010), davon 4.131 schwere LKW (+6,4%).

2007 2010

12. September: Für vier Wochen Vollsperrung der Höllentalstrecke wegen Felsarbeiten am Hirschsprung: Umleitung über St. Märgen bzw. die Spirzenstrasse. Das befürchete Chaos blieb aus, weil vor allem der schwere Fernverkehr das Nadelöhr großräumig umfahren hat.

Seit dem 21. Mai gilt ein ein vom Gemeinderat im Rahmen des Lärmaktionsplans bechlossenes nächtliches Tempolimit (22–6 Uhr) von 30 km/h.

5. Mai: Über 80 Antragsteller verlangen von der Stadtverwaltung verkehrsbeschränkende Maßnahmen am Dreisamufer: Tempo 30 und Nachtfahrverbot für schwere LKW.

Frühjahr: Die über 100 Jahre alte Dreisam-Ufer-Mauer westlich der Schwabentor-Brücke droht einzustürzen: Umschwenkung des Verkehrs auf den Parkstreifen vor den Häusern an der Dreisamstrasse. Nach Rißbildung an Fassaden am 18.3.: Umleitung des gesamten Schwerkehrs über den Innenstadtring bis zum Abschluß der Baumaßnahmen ohne nenneswerte Staus.

nach unten 2007

Nach anfänglichem Widerstand der Landesregierung übernimmt die Stadt die Vorfinanzierung der Planung des Stadttunnels. Zusammen mit dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald bringt sie 7,3 Millionen Euro für die Planung von Stadttunnel (5 Millionen Euro) und Falkensteigtunnel (2,3 Millionen Euro) auf. Sollten beide Projekte im nächsten Bundesverkehrswegeplan (2015) in die höchste Priorität aufgenommen werden, erhalten Stadt und Kreis das Geld (mit Ausnahme von Kreditzinsen von ca. 1. Million Euro) aus Bundesmitteln erstattet.

  2005

Die amtliche, bundesweite Verkehrszählung ermittelt für die Zählstelle B 31-Osttunnel in Freiburg (sog. »Ganterknoten«) an Werktagen 34.583 KFZ (davon 3.180 schwere Fahrzeuge). An der Zählstelle Falkensteig hat der Schwerlastverkehr an Werktagen seit der letzten Zählung vor Tunneleröffnung im Jahr 2000 um 50,3% zugenommen.

  2003

Landesverkehrsminster Ulrich Müller (CDU) streicht den Stadttunnel von der Liste der wichtigsten Verkehrsprojekte, die nach Berlin gemeldet werden. Später stuft das Landesverkehrsministerium den Stadttunnel nach Druck aus Berlin doch als »vordringlich« ein. Im Herbst wird vom Bundestag der neue Verkehrswegeplan beschlossen, in dem der Stadttunnel nur für eine Röhre (=zwei Spuren) die höchste Priorität erhält. Die Planungsfinanzierung liegt beim Land, das aber seit 2005 kategorisch entsprechende Planungsmittel verweigert.

  2002

Am 24.10. werden die beiden Tunnel eröffnet. Seither müssen bis 2018 jährlich 16,5 Mio € für Zins und Tilgung pro Jahr für den Bau der B 31 Ost aufgebracht werden

  1994

Erster Spatenstich am Kappler Rückhaltebecken

  1992

12. Dezember: Unter dubiosen Umständen unterzeichnet Rechtanwalt de Witt, obwohl einige seiner Mandanten dem ausdrücklich widersprochen hatten, einen Vergleich zwischen Klägern, Stadt und Bund, der den Baubeginn trotz Rechtswidrigkeit der Planfestellung ermöglicht. Später erfährt man, daß er in den Bau einer Rastanlage an den geplanten neuen B 31 auf der Gemarkung von Kirchzarten investieren wollte.

4. Juli: Das Bundesverwaltungsgericht kassiert die Entscheidung des VGH und verweist den Rechtstreit an den VGH zurück.
Grund: Der Planfeststellungsbeschluss ist rechtswidrig wegen fehlerhafter Beweiswürdigung bei der Bewertung der Trassenvariante Untertunnelung Schwarzwaldstrasse und kleine Umfahrung Zarten und Ebnet.

6. Mai: Mit 25:22 Stimmen entscheidet sich der Freiburger Gemeinderat für den Bau, nachdem OB Böhme drei Mitglieder der SPD-Fraktion, die ursprünglich geschlossen gegen den Bau war, auf seine Seite gebracht hatte. Am folgenden Tag tritt der SPD-Kreisvorsitzende Christof Thauer aus Protest von seinem Amt zurück.

Der Stadttunnel ist im Bundesverkehrswegeplan als »nicht vordringlich« eingestuft.

  1991

Juli: der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim (VGH) hebt die Entscheidung des Freiburger Verwaltungsgerichts auf und segnet die Planung der Verwaltung ab.

Gründung des Aktionsbündnisses gegen die B 31-Ost.

  1988

4.November: Das Verwaltungsgericht erklärt den Planfeststellungsbeschluß für die B 31-Ost für rechtswidrig, weil die Alternativtrasse (Untertunnelung der Schwarzwaldstrasse in Deckelbauweise und kleine Umfahrung Ebnet) nicht ausreichend geprüft worden sei.

  1985

30. April: Bis zu diesem Tag weden 53 Klagen gegen den Bau beim Verwaltungsgericht Freiburg eingereicht. Die meisten Kläger werden vom Freiburger Rechtsanwalt Siegfried de Witt, einem Duzfreund von OB Böhme vertreten.

  1984

Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der B31-Ost. Der Freiburger Gemeinderat entschließt sich für eine Tunnellösung durchs Dreisamtal, nimmt aber den Stadttunnel aus Kostengründen vorerst von den Planungen aus

  1979

Die baden-württembergische Landesregierung lässt den Plan des Rosskopftunnels aus Kostengründen endgültig fallen.

  1978

Das Planfeststellungsverfahren für den Neubau der B 31 Ost entlang der Höllentalbahn wird eingeleitet.

  1975

26. Januar: Der Gemeinderat beschließt mit 32:12 Stimmen den Neubau der B 31 parallel zur Höllentalbahn. Diesem Beschluß sollten 12 weitere folgen, allerdings immer verbunden mit dem Junktim eines Baus des Roßkopftunnels bzw. später eines Stadttunnels.

Am 5. Dezember teilte Ministerpräsident Filbinger der Presse mit, dass (wegen des breiten Widerstands) die Pläne für eine Schwarzwaldautobahn aufgegeben würden und stattdessen die B 31 ausgebaut werden solle.

  1974

Am 22. August werden die 104 Jahre alten Häuser 85, 86, 87 und 89 der Freiau (für Arbeiter aus dem Industriegebiet »Grien« errichtete, preiswerte Mietshäuser) geräumt und danach abgerissen, um der Anschlußstelle zum Zubringer Mitte zu weichen

  1967

Nach Vorplanungen seit Beginn der 1960er Jahre wird vom Innenministerium ein Planauftrag an das Autobahnamt erteilt, eine neue Schwarzwaldautobahn zu planen, deren Trassenführung nördlich von St. Peter und St. Märgen von der bisherigen Höllentalstrasse völlig losgelöst sein sollte. Der Anschluß an die Rheintalautobahn (A5) sollte über eine Nordumgehung Freiburgs (Roßkopftunnel) erreicht werden.

  1962

20. Juli: Das letzte Teilstück der »HaFraBa«, der Autobahn Hamburg-Frankfurt-Basel zwischen Freiburg-Mitte und Freiburg-Süd wird für den Verkehr frei gegeben.

  1960

Im Generalverkehrsplan der Stadt wird die Neubautrasse der geplanten B 31 parallel zur Höllentalbahn bestätigt und als kreuzungsfreie »Autoschnellstrasse« (ASS) über Schützenallee und Schwarzwaldstraße zu den parallel zur Dreisam geplanten Dreisam-Uferstraßen geführt.

  1958

21. November: Der Freiburger Gemeinderat beschließt den Bau des Autobahnzubringers Mitte.

  1956

21. April: Die B 31 soll anbaufrei bis zur Schützenallee geführt werden, danach als ASS parallel der Dreisamufer durch Freiburg.

  1955

18. Juni: Das Regierungspräsidium legt dem Bürgermeisteramt zwei Trassenführungen für den Neubau der B 31 vor: Nordtrasse parallel zur bestehenden Strasse und Mitteltrasse parallel zur Dreisam beide mit Umgehungen für Ebnet und Zarten.

  1939

Die Auto-Mobilisierung führt wieder zu einer massiven Zunahme des Verkehrs auf der Straße. Der Erläuterungsbericht des Entwurfs für einen Neubau der Reichsstrasse 31 zwischen Freiburg und Himmelreich gibt die Daten der Verkehrszählung 1936/37 wieder: 1.138 PKW, 1.041 to LKW und 19 to bespannte Fahrzeuge. Die Neubaupläne werden wegen des II. Weltkriegs nicht realisiert.

  1894

Die einst zu den verkehrsreichsten Strassen des Landes zählende Höllentalstraße sank nach dem Bau der Eisenbahnstrecke zur Bedeutungslosigkeit herab (1855: 283 Zugtiere, 1875: 462 Zugtiere, 1894: nur noch 52 Zugtiere pro Tag).

  1887

Einweihung der 35 km langen Eisenahnstrecke Freiburg-Neustadt (davon 7 km wegen der großen Steigungen im Zahnradbetrieb, auf den erst nach einem Umbau 1926 bis 1934 verzichtet werden konnte)

  1872

bis 1874: Ausbauarbeiten im Bereich Neustadt

  1857

Fertigstellung der neuen Trasse im Höllsteig

  1847

Beginn der Ausbauarbeiten durch italienische Akkord-Kolonnen

  1846

Neuplanung der Trassenführung im Bereich der Höllsteige durch die Großherzogliche Oberdirektion des Wasser- und Straßenbauamts (Straßenbreite 26 Fuß (7,80 m) und maximale Steigung von 5%).

  1770

4. Mai: Einzug Marie-Antoinettes nach Freiburg als 12. Etappe auf ihren Weg nach Paris. Die Landstände, die Universität und die Bürger der Stadt lassen zu ihren Ehren drei große Triumphbögen errichten. Die 14-Jährige nimmt Quartier im Kageneckschen Haus zum Wilden Mann (heute nördliche Salzstrasse beim Bertoldsbrunnen - Nordsee/Blumen Pleuger).

  1769

bis 1770: in Vorbereitung der Brautreise von Marie-Antoniette, der Tochter Maria-Theresias nach Paris zur geplanten Hochzeit mit dem Dauphin des französichen Königs werden einige Verbesserungen in der Felsschlucht im Höllental vorgenommen.

Freiburg baut in den bislang als Müllhalde und Wäschetrockenplatz genutzten Dreisamuferwiesen eine Straße von der Schwabentorbrücke bis zur heutigen Gartenstrasse (die heutige Dreisam- und Schreiberstrasse), um dem Brautzug Marie-Antoinettes (57 Wagen, 450 Reit- und Zugtiere mit einem Troß von 257 Begleitern) durch das Breisacher Tor einen angemessenen Einzug in die Stadt anstelle der schmalen Salzstrasse zu ermöglichen.

  1761

bis 1767: Verbesserung des Streckenabschnitts von Grafenwäldele (Hinterzarten) bis Neustadt

  1751

Zwischen 1751 und 1754: Beseitigung der Engstelle an der Kirchsteige (zwischen Neustadt und Rötenbach) durch Verbreiterung der Straße von 12 Fuß (3,60 m) auf 20 Fuß (6,00 m) und Ersatz des Holzfundaments durch einen Steinsatz mit 6 bis 8 Zoll Überkieselung.

  1638

Durch Einsatz von immerhin 2.000 Soldaten wurde der Engpass in der Falkensteige von den Franzosen großzügig erweitert.

  1626

Die in zahlreicher Begleitung nach Rom reisenden Professoren der Freiburger Universität werden auf der Wagensteige verabschiedet, was belegt, dass Strasse über die Wagensteige bzw. die mittlerweile ausgebaute Strasse durch das Simonswälder Tal weiter der Hauptverbindungsweg in west-östlicher Richtung blieb.

  1545

Nachdem jetzt erneut, der bereits 1522 durch Hochwasser, Steinschlag und Geröllmassen verschüttete Saumweg in der Falkensteige völlig zerstört wurde, versuchte man (mit mäßigem Erfolg) auch die schmale Schlucht in der »Höll« so zu verbreitern, dass die Engstelle auch von größeren Fuhrwerken befahren werden konnte.

  1408

Der Weg durch das Höllental nach Neustadt wird in einer Urkunde erstmals »Straße« genannt.

  1380

Graf Johann von Fürstenberg kommt mit den Städten Freiburg und Villingen vertraglich überein, dass die Bewohner der beiden Städte den Weg von Falkensteig nach Neustadt (durch das Höllental) gegen Abgabe eines ermäßigten Zolls befahren dürfen.

  1379

Villingen und Freiburg übernehmen gegenseitig die vertragliche Pflicht die Straße über die Wagensteige dauerhaft zu unterhalten, sodaß die Verbindung nach Villingen wieder zumindest für Fuhrwerke mit schmaler Spur benutzbar wurde.

  1340

Die Städte Freiburg, Villingen und Rottweil vereinbaren gemeinsam die Strasse über die Wagensteige wieder in Stand zu setzen und auszubauen.

  1120

Gründung Freiburgs: Bertholds Sohn Konrad verleiht der mittlerweile am Fuß der Burg von Handwerkern und Händlern errichteten Siedlung das Stadtrecht

  1100

Die Herzöge von Zähringen erheben Villingen zur Stadt. Die Römerstraße über die Wagensteige war wieder einmal gänzlich zerfallen; auch der zweite Weg über den Schwarzwald, die enge Schlucht durch die Falkensteige konnte nur von Saumpferden benutzt werden.

  1091

Berthold II. läßt auf dem heutigen Freiburg Schloßberg am Ausgang des Höllentals in die Breisgauer Bucht eine Burg errichten.

  74

Der römische Kaiser Vespasian läßt eine Straßen-Querverbindung von Straßburg zur Donau (über Offenburg und das Kinzigtal) bauen.

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Zur Verbindung der römischen Feste Breisach mit der wichtigen Heerstrasse vom römischen Legionärslager Vindonissa (heute: Windisch - Kanton Aargau) nach Donaueschingen und Rottweil führt eine Straße von Wühre (heute: Freiburg-Wiehre) nach Kirchzarten, dann über die Wagensteige, Thurner, Urach, Hammereisenbach nach Villingen bzw. nach Donaueschingen.

     
Teilweise übernommen aus:
B 31-Ost – Eine Straße gegen Freiburg.
Herausgegeben von Hans-Otto Mühleisen, mit Beiträgen von Reiner Ehret, Hans-Otto Mühleisen und Helmut Thoma, Jos-Fritz-Verlag Freiburg 2002
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